ANDETAG kommt
nach Berlin

Das Atemmuseum.
Eröffnung Herbst 2026.

ANDETAG kommt
nach Berlin

Das Atemmuseum.
Eröffnung Herbst 2026.

ANDETAG – Das Kunstwerk

ANDETAG ist ein fortlaufendes Kunstprojekt von Malin Tadaa und Gustaf Tadaa, das sich durch miteinander verbundene Kunstwerke, Installationen und Räume entfaltet, geformt von einem gemeinsamen menschlichen Atemzug.

Ein Werk, geformt von einem Atemzug

Alles begann mit einem Klang. Während der Arbeit an Imbued, Malin und Gustafs früherem Projekt, bearbeitete Gustaf Aufnahmen von Malins geführten Meditationen. Zu Beginn einer Aufnahme sagte sie „take a breath“, gefolgt vom Klang ihres Atems — ein einziges Ein- und Ausatmen. Als Gustaf diesen Klang in eine Schleife legte und seine Gegenwärtigkeit herausarbeitete, entstand eine Frage: Was geschieht, wenn ein Kunstwerk ganz um einen Atemzug herum gebaut wird?

Eine Idee wurde schnell zentral. Über das Internet könnten die Werke gemeinsam atmen, unabhängig davon, wo auf der Welt sie sich befinden. So könnte das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, beinahe wörtlich werden.

Dem Atemzug einen Körper geben

Damit etwas atmen konnte, brauchte es einen Körper. Malin arbeitet seit 2012 mit gewebten optischen Fasern, und diese Textilkunst mit gewebtem Licht wurde zur materiellen Grundlage des Projekts. Als die Form Gestalt annahm, wurde deutlich, dass sie vertikal symmetrisch sein musste — manchmal als „Symmetrie des Lebens“ bezeichnet. Eine solche Symmetrie weckt Wiedererkennung vor der Deutung. Sie aktiviert Spiegelneuronen und die Neigung des Geistes, sich selbst in das Betrachtete zu projizieren, wodurch die Form als lebendig wahrgenommen wird, bevor sie verstanden wird.

Zugleich wurde deutlich, dass die Bewegung des Lichts auf einem tatsächlich aufgezeichneten Luftstrom von Malins Atmung basieren musste. Nur so konnte die Bewegung organisch wirken und instinktiv als Atmung erkannt werden.

Der aufgezeichnete Atemzug wurde zur Grundlage eines generativen Systems, das die Bewegung des Lichts steuert und Animationen erzeugt, die sich nie wiederholen. Jeder Augenblick ist mathematisch bestimmt, kehrt aber nie wieder. Über längere Zeiträume verändert sich das Werk langsamer, mit Farbverschiebungen, die von Planetenbewegungen gesteuert werden statt von menschlichen Zeitplänen — so vergeht die Zeit, ohne markiert zu werden.

andetag [ˈanːdetaːɡ]

Vom schwedischen ande (Atem, Geist) + tag (Griff, Zug).
Schwedisches Substantiv.

  1. ein vollständiges Ein- und Ausatmen von Luft aus den Lungen.

Vor der ersten Präsentation auf der Art Miami wurde das schwedische Wort andetag gewählt, obwohl die meisten Besucher es nicht verstehen würden. Gerade deshalb. Das Wort vereint ande und tag — den Geist aufnehmen — und fühlte sich wahrer an als jede englische Entsprechung, um das Werk zu beschreiben.

Frühe Werke wurden international gezeigt, unter anderem in New York, Oslo und am Institut suédois in Paris, bevor das Projekt nach Stockholm zurückkehrte. Was als einzelnes Objekt erscheint, ist Teil eines verteilten Systems, das sich über die Geografie erstreckt — ein einziger Atemzug, ausgedrückt an vielen Orten gleichzeitig. Heute befinden sich über zwanzig Werke bei privaten Sammlern in Seattle, New York, Miami, Costa Rica, Portugal und in ganz Schweden — alle atmen gemeinsam.

Von einzelnen Werken zum gemeinsamen Kunsterlebnis

ANDETAG begann als eine Serie von fünfzig individuellen Kunstwerken, platziert in verschiedenen Zusammenhängen rund um die Welt. Mit der Zeit verlangte das Projekt mehr Raum und bewegte sich von einzelnen Objekten hin zu Umgebungen, in denen der gemeinsame Rhythmus kollektiv erfahren werden konnte.

Als der Maßstab wuchs, wurde der Klang entscheidend. Originalmusik, komponiert von Gustaf Tadaa und Povel Olsson, entstand als Fortführung derselben Prinzipien — geformt von Atmung, Dauer und Zurückhaltung. Licht, Textil und Klang wurden zu umhüllenden Umgebungen zusammengefügt, gedacht als säkulare heilige Räume: Orte ohne Dogma oder Glauben, aber geprägt von Stille, Aufmerksamkeit und einem gemeinsamen Rhythmus. Im Januar 2025 eröffnete ANDETAG Stockholm als die bislang vollständigste Gestaltung dieser Idee. Berlin markiert den nächsten Schritt und trägt denselben gemeinsamen Atemzug weiter in eine neue Stadt. Die Form veränderte sich, aber der Rhythmus blieb derselbe.

ANDETAG ist kein abgeschlossenes Werk. Neue Teile werden weiterhin geschaffen und platziert, und neue Ausdrucksformen dürfen wachsen. Nichts wird überstürzt. Das Projekt bleibt offen und verändert sich langsam — ein Atemzug nach dem anderen.