Die Textilkunst hinter ANDETAG
ANDETAG beginnt nicht mit Technik.
Es beginnt mit einem Gewebe.
Jedes Werk entsteht aus einem speziell gewebten Textil, in dem traditionelle Materialien auf optische Faser und Licht treffen. Der Stoff ist die Grundlage selbst — das, was alles andere trägt.
Das optische Fasertextil ist direkt mit Hunderten kleiner Leuchtdioden verbunden, wodurch die Stoffe langsam leuchten, die Farbe wechseln und sich über die Zeit verändern können. Das Licht bewegt sich durch das Gewebe hindurch, nicht auf ihm.
Malin webt das Textil bei Ekelunds Linneväveri, Schwedens ältester Weberei, gegründet 1692. Sie arbeitet an einem industriellen Jacquard-Webstuhl, mit einer Baumwollkette und einer Mischung aus Materialien im Schuss: Baumwolle, optische Faser, Chenille, Schrumpfgarn und Lurex.
Die Methode begann bereits 2012 Gestalt anzunehmen, als Malin die ersten Experimente als Studentin an der Textilhögskolan i Borås entwickelte. Seitdem ist das Weben zu einer eigenen Sprache geworden, in der Licht in die Struktur eingebaut werden kann, ohne dass das Textil seinen Körper oder seinen Ausdruck verliert.
Nach dem Weben geht die Arbeit im Studio in Stockholm weiter. Das Textil wird bearbeitet, geformt und erwärmt, sodass das Schrumpfgarn sich zusammenzieht und die optische Faser zu einer dreidimensionalen Struktur biegt.
Die Enden der Glasfaser werden an Hunderten kleiner Leuchtdioden befestigt, mithilfe einer Technik, auf die Tadaa ein Patent erhalten hat. So wird das Licht nicht auf den Stoff projiziert, sondern Teil von ihm.
Wenn die Form sitzt, wird das Werk von Hand genäht. Das Textil wird Stich für Stich aufgebaut und auf einer weichen Basis befestigt, bevor es auf seinen Rahmen montiert wird. Hier wird der Stoff zur Skulptur — mit einem deutlichen Körper und Gegenwärtigkeit.
Das Textil ist nicht bloß eine Oberfläche.
Es hat Leben.
Ein langsamer Prozess, gewoben aus Händen, Zeit und Licht.